Städtische Werke AG,  Windpark Vertragsunterzeichnung am 28. Juni 2017Eine ganze Region steht zur Energiewende und zur Windkraft: Vertreter nordhessischer Bürgerenergiegenossenschaften, Stadtwerke und Kommunen haben Ende Juni Anteile am Windpark Stiftswald bei Kaufungen von den Städtischen Werken aus Kassel erworben. (Foto Andreas Fischer, Rechte Städtische Werke AG).

Gemeinsam mit vielen weiteren Genossenschaften und Gemeinden in Nordhessen ist die Waldhessische Energiegenossenschaft eG (WEG) jetzt am Windpark Stiftswald bei Kaufungen beteiligt. Am 30. Juni 2017 hat die Städtische Werke AG, Erbauer der neun Anlagen des Windparks, 67 Prozent der Gesellschaftsanteile an nordhessische Anteilseigener übertragen. Neue Gesellschafter sind die sechs regionalen Bürgerenergiegenossenschaften Kassel & Söhre, Wolfhagen, KaufungerWald, Waldhessische Energiegenossenschaft, die Bürgerenergie Werra-Meißner und Deine Energie in Niestetal. Weitere Eigner sind die Partnerstadtwerke aus der Stadtwerke Union Nordhessen (SUN) Eschwege und Bad Sooden-Allendorf, die Gemeinde Kaufungen, die Gemeindewerke Lohfelden sowie die Kommunalwerke Region Kassel – ein Unternehmen der Kommunen Baunatal, Lohfelden, Söhrewald, Ahnatal, Fuldatal und Vellmar. Der Vorstandsvorsitzende der Städtische Werke AG, Dr. Michael Maxelon, betonte, dass die Bürgerbeteiligung wie bei den anderen vom Unternehmen gebauten Windparks Teil der Planung war und bereits mit Abschluss der Pachtverträge zugesagt wurde. „Wir möchten die Bürger und möglichst viele Akteure aus Nordhessen in die Windprojekte einbinden. Das ist uns beim Windpark Stiftswald bereits zum dritten Mal gelungen. Das hohe Interesse an Anteilen der Windparkgesellschaft unterstreicht, dass die Menschen der Region zur Windkraft stehen. Nordhessen will die Energiewende. Deshalb engagieren sich die Bürger.“ Alle Beteiligten freuen sich, dass der Windpark nicht nur durch seine breite Verankerung in Nordhessen ein Erfolg ist. Er wird auch entscheidend dazu beitragen, die Stromerzeugung der Region sauberer zu machen. Mit seinem prognostizierten Windertrag von 73 Gigawattstunden versorgt er jährlich fast 25.000 Haushalte. Rund 1,8 Mio Euro hat die WEG seit ihrer Gründung 2011 in regenerative Energieanlagen investiert, um dezentral und nachhaltig Strom aus Sonne und Wind zu erzeugen.

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WEG investiert erneut in Windkraft

WindparkDie Waldhessische Energiegenossenschaft wird sich ein drittes Mal an einem Windpark der Städtischen Werke Kassel beteiligen. Das war das nahezu einhellige Ergebnis einer außerordentlichen Generalversammlung im Mai 2017.

„Hintergrund unserer Investitionen in Windkraft ist die Erkenntnis, dass ein effektiver Klimaschutz ohne Windkraftanlagen nicht möglich ist“, berichtet Vorstandsmitglied Martina Selzer.

Beim Bau von Windkraftanlagen dürfe der Klimaschutz nicht gegen den lokalen Naturschutz ausgespielt werden. Diese Bedingung erfüllen die Städtischen Werke in vorbildlicher Weise mit umfangreichen Untersuchungen zur Avifauna an den Standorten. „Die verwendeten Flächen sind wiederum zu einem großen Teil Windbruchflächen aus Sturmschäden“, verdeutlichte Selzer in ihrem Vortrag. Das hierdurch entstehende Zeitfenster zum umweltverträglichen Bau von Windkraftanlagen könne jetzt genutzt werden.

Bei der Vorstellung des Windparks erläuterte Martina Selzer auch die Hintergründe der Förderung. „Es handelt sich bei der EEG-Umlage eben nicht um eine Subvention, da sie nicht vom Staat, sondern von den Verbrauchern bezahlt wird – im Gegensatz zur Kohle-Subvention, die komplett aus Steuergeldern stammt und von 3,5 Mrd. Euro jährlich auf immerhin aktuell noch rund 1,1 Mrd. zurückgegangen ist. Oder zu den rund 60 Mrd. Euro plus gigantischen Steuervorteilen, mit denen die Atomindustrie bisher staatlich unterstützt wurde.“

Windkraft an Land ist nach dem (tatsächlich subventionierten!) Kohlestrom die am günstigsten gehandelte elektrische Energie und verursacht im Gegensatz zu diesem keine Ewigkeitskosten in Form von Klimaschäden. Eine Windkraftanlage kann am Ende ihrer Lebenszeit rückstandslos wieder abgebaut werden!

Windkraft vor Ort, dezentral, sorgt dafür, dass nicht noch mehr Stromtrassen errichtet werden müssen, die oberirdisch errichtet ein ganz erhebliches Tötungspotenzial für Vogelzüge haben und als Erdkabel den Strom noch einmal teurer machen.

Wesentlich für das Gelingen der Energiewende sei jedoch, dass die Bürger und Kommunen vor Ort Anteil daran haben könnten. „Daher halten wir es für unsere Aufgabe, die Bürgerbeteiligung an Energieanlagen zu ermöglichen und damit auch eine größtmögliche Kontrolle über die Standorte sicherzustellen.“ Projektierermodelle, bei denen der Ertrag durch den Verkauf an Großinvestoren abgeschöpft wird, lehnt die WEG ab.

Hessische Kommunen würden bei Standorten auf staatlichen Flächen zu 20 Prozent an den Pachteinnahmen beteiligt und könnten im Durchschnitt mit einem mittleren fünfstelligen Betrag pro Windrad und Jahr an Einnahmen rechnen. „Dieses Geld kommt direkt der kommunalen Infrastruktur, wie Kinderbetreuung, zugute.“

 

 

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